Dieser Beitrag fasst drei Anleitungen von 2014 zusammen, überarbeitet für den heutigen Stand von WordPress. Damals ging es um Blogs für Coaches. Heute gilt das Gleiche für jedes Unternehmen, das Fachwissen hat und gefunden werden will: Ein Blog auf der eigenen Website ist das günstigste Werkzeug, um Fragen der Kunden zu beantworten, bevor sie anrufen. Die Technik ist in einer Stunde erledigt. Die Arbeit ist der Inhalt.
1. Bevor Sie installieren: Thema und Absicht
Fast jede Dienstleistung lebt von Wissen und Erfahrung. Ein Blog macht dieses Wissen sichtbar, bevor ein Kunde Sie kennt. Die Hauptaufgabe des Blogs ist damit klar: die Fragen Ihrer Zielgruppe beantworten, so gründlich wie möglich.
Zwei Entscheidungen vorab:
- Ein Thema, nicht alles. Ihr Spezialgebiet und die Fragen, die Kunden dazu stellen. Ein Blog, der über alles schreibt, wird für nichts gefunden.
- Kein Verkaufsinstrument. Leser merken schnell, ob ein Text hilft oder nur zum Angebot führen soll. Wer hilft, wird empfohlen. Der Verkauf kommt danach, über die Leistungsseiten.
2. Blog als Teil der Website, nicht daneben
Trennen Sie den Blog nicht von der Website. Er gehört auf dieselbe Domain, etwa unter /ratgeber/ oder /blog/, aus vier Gründen:
- Jeder Beitrag vergrößert die Website und stärkt die gesamte Domain bei Google, nicht eine zweite Adresse.
- Links, die andere auf einen Beitrag setzen, zählen für Ihre Leistungsseiten mit.
- Besucher wechseln ohne Bruch vom Ratgeber zum Angebot.
- Ein Betrieb, ein Hosting, ein Design, eine Wartung.
3. Software und Hosting
Die Empfehlung ist seit über zehn Jahren dieselbe, aus einem Grund, der sich nicht geändert hat: WordPress ist für Betreiber ohne Programmierkenntnisse zugänglich, für fast jedes Werkzeug gibt es eine Anbindung, und der Standard-Editor kommt inzwischen ohne Zusatz-Plugins aus.
Beim Hosting zählen drei Dinge: Server in Deutschland, tägliche automatische Backups, eine Staging-Umgebung zum Testen von Updates. Bei Massen-Hostern für 3 € fehlt meist das Zweite und Dritte. Meine Kunden hosten bei Mittwald; der Umzug dorthin ist in der Wartung enthalten. Kostenlose Blog-Plattformen scheiden für Unternehmen aus: fremde Domain, fremde Werbung, keine Datenhoheit.
Die Domain: leicht zu merken, ohne Falschschreibungsrisiko, mit .de für deutsche Kunden. Das Keyword muss nicht darin vorkommen, das bewertet Google seit Jahren nicht mehr.
4. Theme auswählen
Ein Theme ist die Gestaltung, bei vielen Themes aber auch ein Teil der Funktionen. Deshalb lohnt die Auswahl. Kriterien, in dieser Reihenfolge:
Allgemein – Letztes Update jünger als sechs Monate, getestet mit der aktuellen WordPress-Version – Viele Installationen und gute Bewertungen im offiziellen Verzeichnis – Block-Theme oder zumindest volle Unterstützung des Standard-Editors, kein Zwang zu einem Page-Builder – Dokumentation vorhanden
Ansicht für Besucher – Auf dem Handy getestet, nicht nur im verkleinerten Browserfenster – Lädt schnell, Live-Vorschau mit PageSpeed Insights prüfen – Farben und Schriften anpassbar – Passt zur Branche, ohne wie jede zweite Seite auszusehen
Was Sie meiden sollten – Themes mit 40 mitgelieferten Plugins und Demo-Importen. Sie sind langsam, und jedes Plugin ist eine Angriffsfläche. – Kopien bezahlter Themes aus fremden Quellen. Sie bringen häufig Schadcode mit. – Kostenlose Themes ohne Pflege oder mit fest eingebauten Links zum Entwickler.
Gute Ausgangspunkte sind die Standard-Themes von WordPress selbst, GeneratePress, Kadence oder Astra. Für Unternehmen, die sich abheben wollen, lohnt ein eigenes Design; das ist der Weg, de ich mit dieser Website gegangen sind.
5. Plugins: wenige, gepflegte
Jedes Plugin ist ein Update, das Sie einspielen müssen, und ein Risiko, wenn Sie es nicht tun. Die Faustregel: unter 20, jedes mit einem Grund. Für einen Blog reichen:
- SEO: Rank Math oder Yoast, für Titel, Beschreibungen und die Sitemap. Eines, nicht beide.
- Backup: UpdraftPlus oder die Backup-Funktion des Hosters, mit Ablage außerhalb des Hostings.
- Caching: der Server-Cache des Hosters, sonst ein Caching-Plugin wie WP Rocket oder LiteSpeed Cache.
- Bilder: ShortPixel oder EWWW, damit Fotos vom Handy nicht in 4 MB ausgeliefert werden.
- Formular: ein schlankes Formular-Plugin, ohne Tracking.
- Sicherheit: Login-Schutz und Zwei-Faktor-Anmeldung, etwa mit Solid Security oder WP 2FA. Was sonst zur Sicherheit gehört, steht in der 12-Punkte-Checkliste.
Was Sie nicht brauchen: Social-Share-Leisten mit externen Skripten, Statistik-Plugins, die die Datenbank füllen, Page-Builder für einen Blog, „Related Posts“-Plugins mit hunderten Abfragen pro Aufruf.
6. Der erste Beitrag: gefunden, gelesen, geteilt
Ein Beitrag, den niemand liest, war verschwendete Zeit. Drei Faktoren entscheiden:
Relevanz. Das Thema ist eine Frage, die Ihre Kunden tatsächlich stellen. Die besten Themen kommen aus Erstgesprächen, Mails und der Google-Suchleiste. Wie Sie die passenden Suchbegriffe finden, steht im Beitrag SEO-Keywords finden.
Aufbau. Schreiben Sie an eine Person, nicht an ein Publikum. Der Titel ist das Aushängeschild und enthält die Frage oder das Ergebnis. Die ersten Absätze sagen, was der Leser bekommt, und wecken den Grund weiterzulesen; sie erscheinen auch in den Suchergebnissen und beim Teilen. Zwischenüberschriften machen den Text scanbar. Ein Bild nur, wenn es etwas zeigt: kein Stockfoto mit gestressten Gesichtern, lieber ein Screenshot, eine Skizze, ein Foto aus der Praxis. Ein Video mit einer Zusammenfassung erhöht die Verweildauer, wenn Sie es selbst ehrlich aufnehmen können.
Verbreitung. Neue Beiträge an Newsletter-Abonnenten, in die Netzwerke, in denen Ihre Kunden sind, und an Partner, die den Beitrag verlinken könnten. Teilen-Buttons ja, Like-Zähler nein. In Rank Math oder Yoast legen Sie fest, welcher Titel, welche Beschreibung und welches Bild beim Teilen erscheinen.
Und dann: dranbleiben. Ein Beitrag im Monat, der eine Frage vollständig beantwortet, schlägt vier Beiträge, die jeweils ein Viertel liefern.
7. Was nach dem Start bleibt
Ein Blog ist eine Website, und eine Website braucht Pflege: Updates, Backups, Sicherheit, Ladezeit. Das ist der Teil, der bei den meisten Blogs nach einem Jahr fehlt, und der Grund, warum Seiten gehackt werden oder nach einem Update weiß bleiben. Wer das nicht selbst tun will, gibt es ab: WordPress-Wartung ab 49 € im Monat, inklusive Hosting.
Häufige Fragen
Blog oder Ratgeber, was ist der Unterschied?
Nur der Name. „Ratgeber“ signalisiert Anleitung statt Tagebuch und passt für Unternehmen besser.
Wie oft sollte ich schreiben?
So oft, wie Sie eine Frage vollständig beantworten können. Regelmäßigkeit hilft, Menge nicht.
Brauche ich einen Page-Builder?
Für einen Blog nein. Der Standard-Editor kann Überschriften, Bilder, Listen, Tabellen und Buttons. Page-Builder machen Seiten langsamer und binden Sie an ein Plugin.
Muss ich Kommentare erlauben?
Nein. Kommentare bringen Spam und Moderationsaufwand. Für Unternehmensblogs empfehle ich, sie abzuschalten und Rückfragen über das Kontaktformular anzunehmen.